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Fretting und Korrosionssimulation

Um Korrosionsprozesse, wie z.B. Fretting an Hüftimplantaten, zu analysieren, werden die Implantate einem Dauerschwingversuch unterzogen. Der Dauerschwingversuch orientiert sich an der ISO 7206-4. Dazu wird das Implantat mit Hilfe einer Greifvorrichtung in einer Einbettung fixiert. Die Ausrichtung des Implantatschaftes erfolgt in der Regel mit 10 Adduktion und um 9 Flexion. Das Implantat wird in einer servo-hydraulischen Prüfmaschine (MTS Minibionix) mit einer sinusförmig schwingenden Kraft von z.B. 2300N belastet. Die Prüffrequenz kann zwischen 4Hz und 30Hz variieren. Das Implantat wird von einem Umgebungsmedium umspült. Als Umgebungsmedium kann auf 37C temperierte Natriumchloridlösung oder verdünntes Rinderserum verwendet werden. Korrosionsprodukte können mit zwei Methoden nachgewiesen werden. Um qualitative Ergebnisse zu erzielen, kann das offene Korrosionspotential des Implantates mittels Referenzelektrode gemessen werden. Zur Erhebung quantitativer Daten über die Menge und Zusammensetzung der Korrosionsprodukte wird das hr- ICPMS- Verfahren angewendet. Neben der Prüfung nach ISO 7206 können auch andere Lastprofile gefahren werden. So werden auch Untersuchungen durchgeführt, bei denen die Last stufenweise erhöht, oder die Prüffrequenz während der Untersuchung variiert werden.





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